eingefahren

Historische Steige

Der historische Weg führt vom Tal des Reichenbachs über den Steilhang des Reichenbachs (Teufelsklinge) hinauf auf die Hochfläche von Rübgarten. Er verband einst die Dörfer Rübgarten und Altenburg und darüber hinaus die Wege zu den Ortschaften vom Neckartal hinauf in den Schönbuch.

Die Pflasterung ist noch gut erhalten und fällt sofort auf. Noch gut sichtbar sind auch die Fahrrillen im Weg, die sich durch jahrelange Nutzung eingefahren haben. Anhand deren Abstand von ca. 1m kann man somit auch die Karrenbreite schließen. Was weiter auffällt sind schräg verlaufende und talwärts weisende Rinnen, die offensichtlich zur Ableitung des Wassers aus dem darüber liegenden Hang gedient haben. Die Rinnen sind durch große Platten aus Sandstein gestaltet.

Eine Vermutung, dass es sich hierbei um eine Römerstraße gehandelt haben soll, machte einst schnell die Runde und war für den Laien gut vorstellbar. Aber eine fachliche Untersuchung *) durch das Landesdenkmalamt kam zu dem Ergebnis, dass schon alleine aufgrund der Art der Pflasterung ein römisches Bauwerk ausscheidet. Auch der Trassenverlauf sprach wohl dagegen. Naheliegend ist viel eher, dass die Steige im Mittelalter angelegt wurde. Vielleicht zu Zeiten der Burg Wildenau, als auch der gleichnamige Weiler im Tal noch existierte oder aber noch später, als durch die Schlossherren in Rübgarten auch die finanziellen Mittel zur Verfügung standen, um so ein Bauwerk zu finanzieren. Eine andere Möglichkeit gab es im dortigen Bereich zu früheren Zeiten nicht, den steil abfallenden Hang ins Neckartal zu überwinden.

Der Weg ist mittlerweile ein Kulturdenkmal, das durch eine Projektarbeit der Hauptschule Pliezhausen mit einer informativen Schautafel an der Steige ausgestattet wurde.

schräg verlaufende Ablaufrillen für das Hangwasser
Fahrrillen, die sich im Laufe der Zeit eingefahren haben

 

 

in Bildmitte ein Wasserablaufrinne

*) „Denkmalpflege in Baden-Württemberg“, 3/2010