Unterwegs

Nach Landunter ist vor Landunter

So sah es heute Morgen aus (Vorhersage für kommende Nacht siehe unten).

Das Wasser ist an den höher gelegenen Stellen bereits wieder abgelaufen. Aber es stehen immer noch große zusammenhängende Flächen unter Wasser.

Die Straße zur Ketelswarf ist noch überflutet.

Für die Vögel ergeben sich ganz neue Fanggründe und können sicher den einen oder andern Happen von Meeresfrüchten erbeuten. Im Hintergrund die Kirchwarf, die für den einen oder andern heute nicht erreichbar war.

Am Treibsel sieht man wie hoch das Wasser gestiegen war.

Der ist in letzter Zeit häufiger zu Besuch.

 

Das Hochwasser heute Nachmittag wird 1m über normal vorhergesagt (Quelle: BSH). Für das Hochwasser der kommenden Nacht um 02.49 Uhr werden 1,00-1,50 m prognostiziert. Sollte sich an der Prognose nichts ändern, dürfte es mit den 1,50 m als magische Marke also ein weiteres Landunter geben.

Nachtrag 14:40 Uhr:
Bereits das Nachmittags-Hochwasser überwand stellenweise den Deich.

… und plötzlich ist die Nordsee um dich rum – ein kleines Landunter

Heute gab es in den Nachmittagsstunden ein kleines Landunter in der Halligwelt. Der Wind um die 7 bf, in Böen 8-9, drückte das Wasser über den schützenden Deich hinweg auf die Hallig, die dadurch vollständig überflutet wurde. Hochwasser war um 13.59 Uhr. Der Wind war zwar nicht besonders stark aber beständig und drückte das Wasser noch eine ganze Weile herein. Zuletzt sah es dann so aus, wie auf den beiden folgenden Panoramabildern zu sehen ist.

Wo man ein paar Stunden vorher noch unterwegs war, ist jetzt Wasser. Man hat jetzt (so in diesem Fall) ca. 50 ar Platz, um sich die nächste Zeit auf der Warf die Beine zu vertreten. Ein Wegkommen gibt es nicht.

Kleine Fleckchen schauen noch heraus, ebenso die Pfosten der Zäune. Das Wasser stieg nicht weiter an und es blieb beim eher kleinen Landunter. Bei Sturmfluten oder schweren Sturmfluten kann das Wasser auch schon mal bis unter die Warfkrone hoch steigen, wie z.B. bei Xaver.

Begonnen hat es in den späten Vormittagsstunden, als schon das auflaufende Wasser den begehbaren Teil vor dem Deich überspülte. Ab ca. 13:30 Uhr schwappten dann die ersten Wellen über den Deich, die Fennen füllten sich nach und nach.

Die ersten Wellen haben es schon geschafft und die Deichkrone überwunden.

Der westliche Teil der Hallig, hier mit Blick auf Hilligenley, gerät sehr früh unter Wasser und war zu dem Zeitpunkt bereits komplett überflutet.

Auch im Süden ist Treuberg schon umspült.

Jetzt gibt es auch hier vor der Warf kein Halten mehr. Die Wellen laufen problemlos drüber. Da es keine Sturmflut war, lief alles recht gemächlich ab.

Nicht mehr auf dem folgenden Foto zu sehen ist ein Fuchs, der sich über den Lorendamm auf die Hallig verirrt hatte und nun die immer rarer werdenden Verstecke verlassen musste und am Wassergraben entlang nach einer Zuflucht sucht.

Im Foto unten ist entlang der grünen „Linie“ sehr gut der fast um die ganze nördliche Hallig verlaufende erhöhte kleine Deich zu sehen. Wenn man (bei ablaufendem oder stehendem Wasser) mit dem Auto noch lange nicht fahren kann, besteht hier die Möglichkeit, trockenen Fußes von einer zur anderen Warft zu kommen (um vielleicht heim zu kommen oder um Hilfe leisten zu können).

Die Vogelschwärme werden mit knapper werdenden Landflächen größer und häufiger.

Gegen 15:00 Uhr sah es dann aus, wie ganz oben auf den Panoramafotos. Der Wind ließ nicht besonders nach, das Wasser blieb recht lange stehen. Die Vorhersage für das Niedrigwasser (Ebbe) um 20:41 Uhr besagt, dass dies ca. 1,50-2,00 m über Normal sein soll, also läuft es nicht allzu schnell ab, da das Nordseewasser noch länger gegen die Schleusenklappen der Wassergräben drückt.

Landunter – auch wenn man es schon etliche Male erlebt hat, ist es doch immer wieder ein faszinierendes Naturschauspiel, das eindrücklich zeigt, dass man nur mit aber nicht gegen die Natur leben kann.

Hier noch ein kleiner Zeitraffer (leider mit Regentropfen).

Landunter-Langeness